RoadtoRoth – 7 Wochen bis zum Rennen

Sieg beim Viking Triathlon 2024

Die Form ist gut. Die Motivation ist voll da nach dem Erfolg in der Provence und ich habe noch 2 Wochen „frei“ im Sinne der Elternzeit. Es ist also eigentlich alles angerichtet, um 100% fit und vorbereitet zum Saisonhighlight an der Startlinie zu stehen.

Im Training wird nun noch einmal der Hebel umgelegt – der Körper wird auf die kommende Langdistanzbelastung von 3,8 Km Schwimmen, 180 Km Rad und 42,2 Km laufen speziell vorbereitet. In den ersten beiden Wochen waren wir noch in den französischen Alpen, wo ich bei bestem Wetter lange Radausfahrten absolviert habe. Ein klassischer Tag begann damit, dass ich mich noch im dunklen aus dem Auto geschlichen habe, um mit dem ersten Tageslicht
bereits im Sattel zu sein. Die längeren Radausfahrten umfassten dabei 4-5 Stunden mit mindestens 2000 Höhenmetern, denn das gibt ordentlich Kraft und ersetzt das Fahren von Intervallen. Die Anstiege wurden von der Intensität wattgesteuert genau in bestimmten Trainingszonen absolviert, da sonst die Gefahr besteht zu sehr zu ermüden. Das Ziel ist es z.B. nicht diese Trainingseinheit besonders schnell oder hart zu absolvieren, sondern lieber 20
Tage am Stück so viel Umfang wie möglich trainieren zu können.

lange radausfahrten in den bergen
Lange Radausfahrten in den Bergen stehen an.

Bei einer Triathlon Langdistanz ist es elementar seine Kräfte genau einzuteilen, gewisse Belastungsbereiche einzuhalten und die Energiezufuhr (Essen/Trinken) aufrecht zu erhalten. Neben der Kontrolle der Wattwerte, also der Energie die ins Pedal „getreten“ wird, überwache ich neben dem Puls auch die Ermüdung anhand von Laktatmessungen. Dabei wird durch einen Tropfen Blut aus dem z.B. Fingern gemessen, wie viel Milchsäure im Blut ist – sprich wie „müde“ der Körper ist. Auch hier halte ich besonders bei langen Einheiten genau meine Zonen ein. Zudem ernähre ich mich bei diesen Trainingseinheiten in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Wettkampf wie im Wettkampf…und das heißt flüssig. Um den Magen-Darm Trakt zu schonen und eine möglichst schnelle Energiezufuhr zu ermöglichen „esse“ ich nur Gels oder trinke spezielle Kohlenhydratgetänke. Bei solchen körperlichen Extrembelastungen muss sogar der Magen trainiert werden, denn im Rennen soll schließlich nichts in die Hose gehen (wortwörtlich :-)). Ist die Radfahrt beendet, erfolgt zumeist ein kleiner Koppellauf direkt im Anschluss. Dieser ist zwischen 8-12 Km lang und wird in der angestrebten Wettkampfgeschwindigkeit des Marathons absolviert.

Nach ca. 5 Stunden körperlicher Aktivität komme ich dann pünktlich zum Mittag bei meinen Mädels auf dem Campingplatz an. Nachdem alle verbrannten Kalorien wieder aufgefüllt wurden, geht es nun leider nicht zum Mittagsschlaf über, sondern auf zur Familienaktivität des Tages. In Glücksfällen gehen wir dabei aber auch nur an den See und ich kann dort heimlich einen kleinen Powernap einstreuen. Zudem kombiniere ich dies dann mit der dritten Trainingseinheit des Tages, wo ich nochmal für eine Stunde bzw. 3-4 Km Schwimmen gehe. Alternativ mache ich am Abend, wenn die Kleine im Bett ist noch Zugseil und Krafttraining, um das Schwimmtraining zu ersetzen.

Nach ca. 5 Stunden körperlicher Aktivität komme ich dann pünktlich zum Mittag bei meinen Mädels auf dem Campingplatz an. Nachdem alle verbrannten Kalorien wieder aufgefüllt wurden, geht es nun leider nicht zum Mittagsschlaf über, sondern auf zur Familienaktivität des Tages. In Glücksfällen gehen wir dabei aber auch nur an den See und ich kann dort heimlich einen kleinen Powernap einstreuen. Zudem kombiniere ich dies dann mit der dritten Trainingseinheit des Tages, wo ich nochmal für eine Stunde bzw. 3-4 Km Schwimmen gehe. Alternativ mache ich am Abend, wenn die Kleine im Bett ist noch Zugseil und Krafttraining, um das Schwimmtraining zu ersetzen.

Da diese Trainingseinheiten und vor allem der Trainingsumfang viel Zeit und mental auch Kraft kosten, habe ich mich mit meinem Coach dazu entschieden, das Training auch in Wettkämpfe zu integrieren. Denn Wettkämpfe sind am Ende des Tages auch Trainingsreize und motivational brauchte ich neue Wege. Das habe ich extrem gemerkt, als die Elternzeit geendet hat und ich wieder arbeiten musste. Das klassische Langdistanztraining, was in meinem Fall ca. 17-20 Stunden reines Training die Woche sind, fällt mir mit nun wieder begonnenen Arbeit (Vollzeit als Lehrer) und der Rolle als Familienvater und Ehemann doch sehr schwer. Es gab nun auch vermehrt Momente, wo ich das ganze Projekt hinterfragt habe. Wie oft verpasse ich das Aufwachen meiner Kleinen, weil ich im kalten Schwimmbad einsam meine Bahnen ziehe oder bereits seit Stunden zum 1000 Mal die gleiche Landstraße mit dem Rad entlangrase. Zum ersten Mal habe ich das Training nicht als Herausforderung und positiven Einfluss gesehen, sondern als „Aufgabe“ die gemacht werden „muss“. Trainingseinheiten integriert in Events haben zumindest noch sozialen Charakter und auch das Wettkampfgefühl ist Ansporn die intensiven Belastungen durchzuziehen (auch wenn mir das natürlich weiterhin keine Zeit mit der Familie bringt).

Training mit Kind
Training mit Kind 🙂

wirklich keine guten Beine, aber ich habe es hinter 2 Profis dennoch auf das Podest geschafft und 4 Stunden lang gut trainiert. 2 Stunden nach dem Rennen bin ich dann noch 12 Km mit Intervallen gelaufen – somit habe ich auch hier wieder einen guten Longrun in Summe absolviert und hatte einen rundum tollen Tag mit vielen Freunden.

Ein Beispiel ist der Lauf zwischen den Meeren bei uns im Norden, an dem ich immer für Sponsoren und Freunde teilnehme. Dort bin ich 2 Strecken am Stück gelaufen (11 Km + 10 Km) und habe mich etwas länger eingelaufen vorab (ca. 8 Km), sodass ich meinen Longrun mit knapp 30Km mit guter Intensität und Gesellschaft absolviert habe. Direkt am Ende meines Laufs bin ich dann auf das Rad gestiegen und bin mit einem Freund 3 Stunden zum Ziel in Damp gefahren. Dort gab es gemeinsam Fischbrötchen und frische Wittenseer – was will man mehr 😊

Ein weiteres Beispiel ist der Viking Triathlon. Als Titelverteidiger wollte ich auf der Mitteldistanz dort zunächst ungern starten, da ich aufgrund meiner Langdistanzvorbereitung nicht 100% fit bzw. auf diese Distanz vorbereitet am Start sein kann. Der Wettkampf wurde also aus dem vollen Training absolviert. Ich wusste aber wie gut die Stimmung dort ist und das ich mit dem Schuss der Startpistole sicher richtig Bock bekommen würde! Und so war es auch..ich hatte zwar wirklich keine guten Beine, aber ich habe es hinter 2 Profis dennoch auf das Podest geschafft und 4 Stunden lang gut trainiert. 2 Stunden nach dem Rennen bin ich dann noch 12 Km mit Intervallen gelaufen – somit habe ich auch hier wieder einen guten Longrun in Summe absolviert und hatte einen rundum tollen Tag mit vielen Freunden.

Nichtsdestotrotz fällt es mir mit jedem Wochenende schwerer wieder stundenlang für den Sport zu investieren und nicht zu Hause zu sein. Nun sind es „zum Glück“ nur noch 2 Wochen bis Roth! Ich bin emotional schon stark gespalten – einerseits fiebere ich diesem Highlight entgegen, ich liebe diesen Sport und ich will allen zeigen was ich kann  – andererseits heisst es wieder Fokus Sport und nicht bei der Familie zu sein. In der Elternzeit ist mir diese „Doppelbelastung“ nie aufgefallen (meiner Frau schon eher 😉), aber im Alltag zu Hause werden diese Herausforderungen doch deutlich intensiver.

Das gute ist, meine beiden Mädels kommen mit nach Roth!

#2Weekstogo!

#VomNordennachOben