Back to „normal Life“

Nach meiner kleiner Krise an die Adaption von Kind und Leistungssport schien Licht am Horizont! Nicht nur das Wetter wurde besser, sondern auch die Routine mit der kleinen Raupe. Meine Augenringe waren zwar weiter preisverdächtig, aber die folgenden Wochen versprachen viel Schlaf und Zeit für die Familie (und ganz vielleicht auch Training 😊).
Es ging zunächst nach Gran Canaria ins Trainingslager mit meinen Kumpels!

Schon länger geplant und auch vom Familienrat abgesegnet stand wie eigentlich jedes Jahr das Trainingslager auf Gran Canaria auf der Agenda. Statt 14 Tagen waren es zwar nur 10, aber ich wusste diesen Luxus zu schätzen und bin froh, dass mir da von zu Hause so der Rücken freigehalten wurde. 10 Tage Sonne, Training und viel Erholung zwischendurch. Täglicher Mittagsschlaf und beste Unterhaltung sorgten dafür, dass mein Körper bereits nach einigen Tagen quasi wieder „erwachte“ und meine Leistungsdaten im Training wieder sehr vielversprechend waren. Back to normal life – endlich wieder wie zu guten alten Zeiten! Ich hatte schon gezweifelt, ob ich wohl fit werden würde für die Saison, da der gesamte Winter eher mit angezogener Handbremse trainiert wurde. Mit Schlaf und der nötigen Ruhe springt der alte Diesel also an…das motiviert enorm für mein großes Ziel: Bestzeit bei der Challenge Roth! Und das Beste kommt noch, denn vom Trainingslager ging es direkt in meine 2 monatige Elternzeit! Wenn ich da eine gute Mischung aus Familie, Training und Ruhe hinbekomme könnte das alles was werden 😊
Strategisch clever habe ich meine beiden Mädels vorab bereits in Holland abgeliefert, sodass meine Frau dort support von ihrer Familie hatte. Sonst hätte ich auch nicht so lange wegbleiben können und wollen. Der Rückflug ging somit von Gran Canaria direkt nach Amsterdam von wo es direkt weiter an die Costa Brava ging. Vor 2 Jahren hatte ich in der gleichen Gegend (Girona) meine Hawaiivorbereitung gemacht und war ganz begeistert von der Landschaft und den Trainingsmöglichkeiten vor Ort. Mit frühlingshaften Temperaturen, vielen kleinen Buchten und leckerer spanischer Küche, konnte man es sich dort gut gehen lassen! Gereist sind wir mit einem Campervan und ich hatte meine Bikes natürlich mit an Bord. Die Destinationen vor Ort wurden so ausgewählt, dass alle Familienmitglieder ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen. Mama hatte einen ruhigen und grünen Camper mit fußläufig erreichbaren Strand und Lokalitäten im Anforderungsprofil, Papa hat natürlich dafür gesorgt, dass dieser besagte Campingplatz zufällig auch einen eigenen 25m Pool hatte und sogar ein Leichtathletikstadion zum Laufen direkt nebenan war. Zum Radfahren gab es dort quasi kein Limit – einfach nur ein Traum. Nicht ohne Grund trainieren und leben viele Rad- sowie Triathlonprofis. Im Gegensatz zu Gran Canaria wo man primär nur bergig fahren kann, ist diese Gegend sehr vielfältig und abwechslungsreich!
Die Voraussetzungen waren somit geschaffen, nun ging es an die Umsetzung. Die Vereinbarung war, dass ich tagsüber für Familienaktivitäten zu Verfügung stehen soll und ich nur eine Mahlzeit verpassen darf. Aktuell „schläft“ die Kleine morgens in Etappen auch schonmal bis 10/11 Uhr. Zudem ist es morgens im Frühjahr noch recht Kühl, sodass meine Mädels eher länger liegen bleiben würden. 1 und 1 zusammengezählt hieß es also früh morgens die Kerntrainingseinheit absolvieren (2-3 Stunden Rad oder ein längerer Lauf) und mit Glück am Nachmittag noch eine kurze Session vor dem Abendbrot zwischenschieben.

Optimal waren da die Tage wo wir am Strand waren, da z.B. das Schwimmen im Meer fast gar nicht als Trainingszeit ins Gewicht fielen. Besonders das Radfahren klappte super. Die Möglichkeit über einen Zeitraum von 6-8 Wochen bei perfekten Bedingungen zu trainieren ließen die Radform auf ein neues Niveau bringen. Für mich als Flachlandfahrradfahrer entwickelten sich zudem ganz neue technischen Fähigkeiten, sodass ich mich fast schon als Bergfahrer bezeichnen würden 😊 Ich konnte den Trainingsumfang auf einem guten Niveau halten, wobei das besagte Radtraining den größten Anteil hatte. Ich bin somit 2-3x die Woche 3 Stunden Rad gefahren. Hinzu kamen 3-4 Laufeinheiten die zeitlich immer ca. 1 Stunde dauerten. Das Schwimmtraining war am schwierigsten umzusetzen, da bis auf den einen Campingplatz der einen eigenen Pool hatte, die Möglichkeiten in eine Schwimmhallte zu gehen doch eher begrenzt waren oder mit einem so hohen zeitlichen Aufwand verbunden waren, dass sich es in Abwägung mit der Familienzeit nicht gelohnt hätte. Schwimmen im Meer ist für eine kurze Zeit zwar eine Alternative, über mehrere Wochen ist der Trainingseffekt dort aber zu gering.

Es war aber auch neben dem Training nicht immer einfach. Der Schlaf war weiter eine große Baustelle. Auch wenn die Schlafintervalle bis zu 3 Stunden am Stück waren und theoretisch viel Schlaf möglich wäre, so musste/wollte ich ja früh trainieren. D.h. jeden Tag um 6 Uhr aufstehen sodass meine durchschnittliche Schlafdauer bei eher 6 Stunden lag – aber nicht am Stück. Ein kleines Nickerchen am Strand war dann hier und da meine Rettung, aber leider auch nicht die Regel. Aber beschweren will ich mich auch nicht, es ist schließlich meine Entscheidung – aber optimal aus sportlicher Sicht und im Vergleich zu „früher“ eben nicht.
Nach 6 in Summe schönen Wochen an der Costa Brava ging es dann etwas nördlich in die Provence, denn dort sollte mein erstes Rennen der Saison stattfinden: Ironman 70.3 Aix en Provence!
Die Form auf dem Rad und beim Laufen war somit voll im soll, das Schwimmen könnte eine Wundertüte werden. Die Lust auf einen Wettkampf und zu zeigen was man drauf ist auf jeden Fall da! Ich werde berichten wie es lief!
#vomNordennachOben

