Lübeck City Lauf 2025 - auf dem Rathausmarkt
Lübeck City Lauf 2025 – auf dem Rathausmarkt

Der Lübecker City-Lauf 2025 zeigte sich in diesem Jahr von seiner besten Seite: Bei strahlendem Wetter und vor der beeindruckenden Kulisse der Lübecker Altstadt gingen rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start und sorgten für ein rundum gelungenes Laufevent.

Den Auftakt machten die jungen Läuferinnen und Läufer beim Bambini- und Schülerlauf, bevor mit dem Einradfahren über 1,3 km erneut eine besondere Disziplin für Begeisterung bei Aktiven und Zuschauenden sorgte. Anschließend folgten der 5 km Lauf sowie der 10 km Hauptlauf, bei dem zahlreiche Sportlerinnen und Sportler die abwechslungsreichen Strecken durch die Lübecker Innenstadt meisterten.

Entlang der Strecke und besonders im Zielbereich auf dem Rathausmarkt herrschte durchgehend eine großartige Stimmung. Viele glückliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich nach ihrem Lauf über die wohlverdiente Erfrischung mit den Getränken der Wittenseer Quelle im Herzen Lübecks.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Helferinnen und Helfern sowie bei allen Beteiligten, die diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.

Halbmarathon in Den Haag

Der November und Dezember sind im Trainingsalltag eines Triathleten die klassischen Übergangsmonate. Das bedeutet man macht 2-4 Wochen eine Saisonpause, im Fachjargon auch „Offseason“ genannt. Meine bisherigen Offseasons waren in dieser Zeit schon von täglicher sportlicher Aktivität geprägt, aber eben nicht so spezifisch nach Plan. Ich gehe in dieser Zeit vermehrt anderen Hobbies nach, sodass ich auch mal wieder versuche das Runde  ins Eckige zu bekommen oder Surfen gehe. Natürlich gehe ich auch mal laufen oder fahre mit Gravelbike durch die Wälder, aber all das erfolgt ohne hohe Intensität oder Vorgaben in Form von Intervallen oder anderen Zeitvorgaben. Die geistige und körperliche Erholung steht im Vordergrund, um erholt und motiviert in die neue Saison zu starten. Ja auch der Kopf muss sich tatsächlich mal erholen, denn der Fokus auf den Leistungssport ist auch mental herausfordernd. Umso wichtiger ist es in dieser Phase eben einmal zu versuchen mehr „normaler“ Mensch als Athlet zu sein. Nur wenn der Kopf 100% frei ist und man auch Lust auf eine solche Herausforderung mit all den Entbehrungen hat, sollte man Leistungssport machen. Und bis zu diesem Punkt hat man allein entschieden, d.h. soziale Aspekte wie das Einverständnis von der Partnerin und neuerdings ja auch der Familie müssen berücksichtigt werden. Eine Vorbereitung wie in meinem Fall auf die Challenge Roth, einer Triathlon Langdistanz (Ironman Distanz), ist sehr zeitaufwendig. Neben dem Beruf des Lehrers (Vollzeit) trainiere ich 15-20 Stunden pro Woche. Neben dieser reinen Trainingszeit kommt mit Vor- und Nachbereitung wie u.a. Weg zum Schwimmbad etc. einiges an Zeit zusammen. Es wird somit schnell klar, dass die o.g. Entbehrung nicht nur die eigene Zeit ist, sondern auch die Liebsten um einen herum verzichten müssen. Bisher hatte ich immer die volle Unterstützung meiner Frau und alle Freiheiten die ich brauchte , um erfolgreich Leistungssport treiben zu können. Jetzt sind wir aber nicht mehr zu zweit und ich habe auch zu Hause größere Verantwortung und auch Pflichten. Noch habe ich nur wenige Wochen Erfahrung sammeln können, wie dieser Spagat mit kleiner Familie und großen sportlichen Träumen zu vereinbaren ist.

Glücksgefühle mit der kleinen Tochter

Die Geburt meiner Tochter am 20.11.2023 lag aus sportlicher Sicht (Stichwort Offseason) eigentlich optimal! Nur das mit dem Erholen und motiviert sein klappte nicht ganz so optimal. Natürlich trat all das ein, was vorab überall zu hören und zu lesen war über die ersten Wochen nach der Geburt…aber das habe ich gekonnt so lange es ging verdrängt. Bestes Beispiel war der Start beim Ironman Cascais der nur einige Wochen vor dem ursprünglichen Stichtag lag. Das Leben hat sich mit einem Kind komplett geändert. Die krasseste Veränderung bzw. hinsichtlich des Leistungssport „Belastung“ ist der Schlafmangel. Normal habe ich neben der Arbeit wie bereits erwähnt 15 Stunden bis zu in hohen Wochen knapp 20 Stunden die Woche trainiert- im Trainingslager auch mal mehr 😊 Als Lehrer hatte ich da den Luxus bereits mittags die erste Trainingseinheit zu absolvieren – gefolgt von einer kleinen Mittagsruhe – bevor es abends zu zweiten Session ging. Am Wochenende waren es in der direkten Ironmanvorbereitung auch schonmal 3 Einheiten am Tag. Besonders an den intensiven Trainingstagen habe ich Nachts mindestens 8 Stunden geschlafen…und genau das fiel nun alles Weg. Besonders zu Beginn lag der Schlaf (in Summe) eher bei 4-5 Stunden, an Mittagsruhe war (natürlich) gar nicht zu denken. Erhole ich mich normalerweise zwischen den Trainingseinheiten, so bewege ich mich im Normallfall recht wenig.  D.h. die Couch ist da mein bester Freund. Als Familienvater kommen neben vermehrt auftretenden Aufgaben im Haushalt nun auch Babyberuhigungsmaßnahmen wie Spazierengehen dazu. Das Spazierengehen hatte ich vorab mit Familie und Freunden immer boykottiert, da mich diese langsame und für mich langweilige Fortbewegungsart einfach nur müde macht. Ausnahmen waren da nur Geburtstage oder Weihnachten 😉. Auch mental empfand ich die Belastung hoch. Natürlich schwebt man irgendwie auf Wolke 7, weil es nichts Größeres gibt als Papa zu sein und in die kleinen Miniaugen zu gucken. Auf der anderen Seite sorgt man sich gerade zu Beginn viel. Nimmt die Kleine genug zu, hat sie Schmerzen, ist sie krank….man hat einfach keine Erfahrung. Und das ist sehr anstrengend und kostet Kraft.

Kurzum – ich war in einem Dauerzustand der Ermüdung.

Diesen Zustand habe zudem noch verschlimmert, da ich mit „Gewalt“ versucht habe auch ohne Schlaf weiterzutrainieren. Das Resultat waren vermehrt kleinere Erkältungen (aber zum Glück keine Verletzungen), sodass der Formaufbau nur schleppend vorrangig. Einerseits ist es immer das schönste zu Hause bei meiner kleinen Familie zu sein und ein Kind löst wirklich Glücksgefühle aus die mit nichts zu vergleichen sind ( nein, auch nicht mit einem Sieg bei einem großen Rennen 😉 ) , aber dennoch verspüre ich vermehrt eine gewisse innere Unruhe. Trotz all der Müdigkeit war ich unausgeglichen. Der Leistungssport, die Herausforderung des Wettkampfes und schlichtweg der Adrenalinkick fehlen mir. Kurzerhand habe ich mich im März dann für den Halbmarathon in Den Haag angemeldet. Da meine Frau aus den Niederlanden kommt und die Familie nur 15km von den Haag liegt, passte das hervorragend. Ich hatte zudem gute Erfahrungen mit dem Rennen, zumal ich hier im Vorjahr meine Bestzeit verbessern konnte! Die Trainingsleistungen vorab waren zwar nicht überragend, aber in Richtung Bestzeit sollte ich schon gehen. Mein Sportlerhirn war zu diesem Zeitpunkt noch auf die Vorkindära kalibriert, denn da reichte es wenn ich mir eine Startnummer ans Trikot gemacht habe und der Rest lief von allein. Doch diesmal holten mich der Schlafmangel und ausgiebige Spaziergänge ein – ein katastrophaler Wettkampf. Selten bin ich so eingegangen und habe so gelitten. Meilenweit entfernt von einer etwaigen Bestzeit und danach kränkelnd habe ich nun eingesehen, dass es mit der Brechstange sportlich nicht funktioniert. Hatte sich vorab mein Leben eher dem Sport angepasst, so muss sich das Blatt nun wenden und ich muss lernen Abstriche zu machen. Das heisst z.B. wenn die Nacht wieder kurz war, mache keine harten Intervalle. Plane Ruhephasen besser ein – trainiere danach entsprechend. Plane generell alles viel weiter gefasst, denn Flexibilität ist nun an der Tagesordnung. Aber ob mit diesem Lifestyle und Möglichkeiten zu trainieren eine gute Performance in Roth möglich ist, ist fraglich. 3,8km Schwimmen, 180Km Rad und ein Marathon absolvieren sich leider nicht von allein…

entspannte Grave Bike Tour

#vomNordennachOben

Siegerehrung beim Fischhallenlauf 2025
Siegerehrung beim Fischhallenlauf 2025

Der Ostufer Fischhallenlauf war wie immer ein ganz besonderer Lauf – top organisiert und mit einer sehr schönen Strecke auf dem Kieler Ostufer. Dementsprechend war der Lauf rund um Organisator Jens Meier früh ausgebucht.
Bei schönem Wetter ging es zuerst für die Läuferinnen und Läufer des 5 Kilometer Laufs auf die Strecke. Und schon kurze Zeit später folgte der Start zum Hauptlauf über 10km. Zum Schluss starteten die Kleinsten beim Bambinilauf über 700m.
Gelaufen wurde auf einer leicht veränderten Strecke, die dieses Mal nicht direkt durch das Gelände des Marinearsenals führte. Dafür wurde entlang des Geomar Zentrums für Ozeanforschung entlang der Schwentine gelaufen – eine sehr schöne Strecke.
Im Ziel freuten sich die Finisher bei bestem Wetter über Erfrischungen von Wittenseer und natürlich die obligatorische Kiste Kieler Sprotten vom Veranstalter.

Fischhalle beim Fischhallenlauf
Einmal durch die Fischhallen geht es beim Ostufer Fischhallenlauf
Das Aktiv Team beim Fischhallenlauf
Das Aktiv Team beim Fischhallenlauf
Itzehoer Störlauf 2025 im Zielbereich am Wittensser Stand
Erfrischung am Wittenseer Stand im Ziel des Itzehoer Störlaufs

Bei der 25. Auflage des Itzehoer Störlaufs am 17.05.2025 gingen fast 5.000 Läuferinnen und Läufer an den Start. Ob es am sonnigen Wetter oder an der gewohnt hervorragenden Organisation lag – die Stimmung entlang der Strecke war auf jeden Fall großartig.

Zur Auswahl standen mehrere Distanzen: der 400-Meter-Kinderlauf, 2 km, 5 km, 10 km sowie der Halbmarathon. Die abwechslungsreichen Strecken führten durch Itzehoe und das schöne Umland, inklusive eines anspruchsvollen Abschnitts direkt entlang der Stör.

Im Ziel kamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer glücklich und zufrieden an und konnten sich dort über die wohlverdienten Erfrischungen der Wittenseer Quelle freuen.

Zielbereich des Itzehoer Störlaufs
Im Ziel beim Itzehoer Störlauf 2025
Kinder kommen vom Kinderlauf ins Ziel
Auch die Kinder erfrischen sich nach dem 2 km Lauf am Wittenseer Stand.
Leif jubelt im Zieleinlauf bei der Challenge Roth

Die Anreise nach Roth erfolgte bereits am Mittwoch, was mit 4 Tagen vor dem Rennen optimal ist. Dank meiner Arbeitskollegen die mich voll unterstützen konnte ich einige Unterrichtsstunden tauschen und vorziehen, sodass ich die Stimmung in Roth voll aufsaugen und mich perfekt vorbereiten konnte.

Meine Unterkunft war ein Garten, den ein sportfaszinierter Einheimischer den Challenge Roth Athleten in der Rennwoche zur Verfügung gestellt hat. Dort konnten dann einige Athleten mit ihren Wohnmobilen und Bullis stehen. Die Atmosphäre war also schon dort einzigartig und zusammen mit einigen Trainingskollegen, Freunden und Coach Nils Goerke, hatten wir dort eine prima Zeit! Allgemein ist im ganzen Ort eine außergewöhnliche Stimmung – eine komplette Parallelwelt, ausgerichtet auf den Triathlonsport.

Die letzten Trainingseinheiten verliefen super. Dazu gehörte u.a. das Schwimmen im Kanal mit hunderten Athleten, wie auch 2 Radausfahrten von ca. 2 Stunden, um sich mit dem Rennkurs vertraut zu machen. Am Abend, 2 Tage vor dem Rennen dann der Schreck: Als ich ins Bett gehen wollte spürte ich an meiner Brust etwas merkwürdiges…eine vollgesaugte Zecke! Schnell rausgeholt und panisch Coach und Bekannte und einige Rother Zeckenexperten kontaktiert – aber erstmal die Nacht abwarten, ob es sich entzündet. Hätte ich am nächsten Morgen den klassischen „Ring“ um die Stelle des Zeckenbisses gehabt, wäre die Folge Antibiotika und natürlich kein Start beim Rennen. Was ein Horrorszenario!

Am nächsten Tag war die Stelle schon sehr gerötet, aber nach Begutachtung der Experten keine Entzündung. Ich kann also Starten! Das war für die Nerven 1 Tag vor dem Rennen natürlich nicht gerade förderlich, denn aufgeregt war bereits extrem! Beim Bike Check-In am Tag vorab wurde mir dann das erste mal die Masse an Athleten bewusst die hier an den Start gehen werden – was ein riesen Event! Meine Motivation hier richtig einen rauszuhauen stieg mehr und mehr, da ich jemand bin der durch solche extrinsischen Reize extrem positiv reagiert. Ein klassischer Wettkampftyp. Jetzt muss nur noch Mini-LSG mitspielen und halbwegs ruhig schlafen, dann wird das was!

Mein Ziel: Bestzeit (bisher 8:43 bei meinem Ironman Sieg in Thun/Schweiz) und optimaler Weise unter der magischen Grenze von 8:30 Stunden bleiben. Platzierungen o.ä. sind mit eigentlich egal, solange es schnell wird.

Um 21 Uhr haben wir uns nach intensiven Carboloading dann in den Bulli verkrochen – um 3:30 klingelte der Wecker. Bis dahin war ich nicht wach, die Kleine hat ein Sportlerherz und vorbildlich durchgeschlafen, damit Papa heute auch fit an der Startlinie steht. Mit meinen Trainingskollegen ging es dann im Auto zum Schwimmstart, der außerhalb von Roth liegt.
Die Anspannung war bei allen zu spüren..es lag ja auch ein langer Tag vor uns! Heiß sollte er nicht werden und Windstill dazu, d.h. alles angerichtet für schnelle Zeiten!

Der Schwimmstart verlief gut, es fiel mir in der Masse an Menschen aber schwer die „richtige“ Gruppe zu erwischen die mein Tempo schwimmt. So bin ich recht lang an der Spitze einer Gruppe geschwommen, was natürlich mehr Energie kostet als hinten im Wasserschatten zu bleiben. Ich hatte also keine Ahung, ob ich gut oder schlecht im Rennen war, da ich einfach mein eigenes Tempo nach Gefühl durchgeschwommen bin. Nach 3,6Km, also 200m vor dem Schwimmende überholte mich dann mein Trainingskollege von hinten, der das gleiche Tagesziel wie ich hatte und die letzten Wochen auch immer deutlich schneller geschwommen ist im Training. An dem Punkt wusste ich also das erste Mal: Es scheint gut zu laufen!

Leif auf der Laufstrecke auf Siegkurs

Jetzt schnell raus aus dem Neoprenanzug und ab aufs Rad – 180Km mit 1500 Höhenmetern stehen an! Die ersten Kilometer waren ziemlich hektisch, da sehr viele Athleten auf der Strecke waren. Meine Platzierung oder Zeiten wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, ich wusste nur was ich an Watt treten muss/kann und das ich ca. 39Km/h im Schnitt brauchen würde, um mit einem guten Lauf die Chance auf meine Zielzeit von 8:30 Stunden zu haben. Beim Radfahren muss man einen gewissen Abstand zu den andren Athleten einhalten, um kein Windschatten zu fahren (dann gibt es eine Zeitstrafe). Dennoch profitiert man auch mit korrektem Einhalten der Abstände extrem vom Fahren in einer Gruppe. So war es auch bei mir und ich konnte mich trotz einsetzenden Regens (was mir technisch immer Probleme
bereitet) weit nach vorne arbeiten, sodass am Ende eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40,5 Km/h auf dem Tacho stand. Unter 4:30 Stunden für 180Km auf dem Rad – meinem Ziel also mehr als ein Stück näher gekommen! Meine Wattwerte waren entsprechend hoch, aber ich habe mich gut ernährt und vor allem mental war ich natürlich in einer optimalen Ausgangslange, denn meine Paradedisziplin kommt ja noch! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht auf welchen Platz ich lag, ich wusste rechnerisch nur, dass es nicht viele geben kann die so schnell schwimmen und Radfahren können.

Die Laufschuhe geschnürt und los gings…mit Rückenschmerzen. Die ersten 2-3 Kilometer waren zäh. Ich hatte starke Schmerzen im Rücken und es rollte einfach nicht. Zum Glück legte sich das Problem und mit jeden Kilometer mehr fühlte ich mich besser. Als meine Supportcrew mir bei KM 10 zurief, dass ich auf den Weg in die TOP5 bin und schneller laufe als alle anderen, setzte das natürlich extra Kräfte frei! Beim passieren der Halbmarathonmarke war ich bereits zweiter aller Amateure, aber die Triathlonlangdistanz beginnt so richtig erst ab KM30, denn dann zeigt sich wer genug Kraft im Tank hat. Vor allem weil es hier in Roth ab KM 30 auch bergauf geht nach Büchenbach, bevor der Rückweg dann „rollen“ sollte. Vorausgesetzt die 7 Stunden lang vorbelastete Muskulatur spielt dann noch mit. Am Berg konnte ich dann auch den bisher dahin gesamtführenden Amateurathleten stellen – Adrenalin pur. Ich war voll im Modus, hatte das Momentum auf meiner Seite.
Schmerzen habe ich nicht mehr gespürt bzw. verdrängt und einfach nur funktioniert: Tempo halten, Knie hoch, Essen, Trinken und von vorn. Als mein Coach mir dann zurief, dass das ganze hier eher in Richtung 8 Stunden gehen würde, musste ich mit den Tränen kämpfen (vor Schmerz oder Freude weiß ich gar nicht mehr). Das „Bergabstück“, also die letzten 5Km zurück nach Roth waren extrem hart. Der Körper gibt nach 7,5 Stunden Belastung schon Signale, dass er nicht mehr so richtig will und auch die Oberschenkel zeigten latente Krampfneigung..aber es hat geklappt. Ich konnte durch meinen Vorsprung etwas ruhiger machen und somit den Sieg absichern.

Die Challenge Roth gewinnnen – schnellerster von allen Amateuren – das hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten. Noch viel weniger hätte ich gedacht, dass ich im Stande bin eine 8:05 Stunden zu erreichen! So schnell war noch kein Mensch aus Schleswig-Holstein (Schleswig-Holstein Rekord). Wahnsinn! Mann muss natürlich relativieren, dass die Profis von vor 20 Jahren nicht das technisch fortschrittliche Material hatten, aber dennoch habe ich ja auch die aktuellen Eliten geschlagen.

Im Ziel fiel die ganze Last von mir. Das waren doch schon körperliche und mentale Strapazen die letzten Wochen und Monate. Ich werde nun erstmal Abstand von dieser doch so schönen Parallelwelt nehmen und mehr Zeit für meine Mädels haben. Mindestens 8:05 täglich kuscheln, spielen und einfach mal „normal“ sein ist für die nächste Zeit mein neues Ziel..und wie ich mich kenne kribbeln mir die Füße meist schneller als mir recht ist und ich Suche nach neuen Herausforderungen. Aber alles zu seiner Zeit – diese Reise bis hierher war schön und anstrengend zugleich. Nun wird erholt und reflektiert und danach im Familienrat gemeinsam evaluiert wo die Reise noch so hingehen kann!

Leif im Ziel der Challenge Roth mit Familie
Sieg beim Viking Triathlon 2024

Die Form ist gut. Die Motivation ist voll da nach dem Erfolg in der Provence und ich habe noch 2 Wochen „frei“ im Sinne der Elternzeit. Es ist also eigentlich alles angerichtet, um 100% fit und vorbereitet zum Saisonhighlight an der Startlinie zu stehen.

Im Training wird nun noch einmal der Hebel umgelegt – der Körper wird auf die kommende Langdistanzbelastung von 3,8 Km Schwimmen, 180 Km Rad und 42,2 Km laufen speziell vorbereitet. In den ersten beiden Wochen waren wir noch in den französischen Alpen, wo ich bei bestem Wetter lange Radausfahrten absolviert habe. Ein klassischer Tag begann damit, dass ich mich noch im dunklen aus dem Auto geschlichen habe, um mit dem ersten Tageslicht
bereits im Sattel zu sein. Die längeren Radausfahrten umfassten dabei 4-5 Stunden mit mindestens 2000 Höhenmetern, denn das gibt ordentlich Kraft und ersetzt das Fahren von Intervallen. Die Anstiege wurden von der Intensität wattgesteuert genau in bestimmten Trainingszonen absolviert, da sonst die Gefahr besteht zu sehr zu ermüden. Das Ziel ist es z.B. nicht diese Trainingseinheit besonders schnell oder hart zu absolvieren, sondern lieber 20
Tage am Stück so viel Umfang wie möglich trainieren zu können.

lange radausfahrten in den bergen
Lange Radausfahrten in den Bergen stehen an.

Bei einer Triathlon Langdistanz ist es elementar seine Kräfte genau einzuteilen, gewisse Belastungsbereiche einzuhalten und die Energiezufuhr (Essen/Trinken) aufrecht zu erhalten. Neben der Kontrolle der Wattwerte, also der Energie die ins Pedal „getreten“ wird, überwache ich neben dem Puls auch die Ermüdung anhand von Laktatmessungen. Dabei wird durch einen Tropfen Blut aus dem z.B. Fingern gemessen, wie viel Milchsäure im Blut ist – sprich wie „müde“ der Körper ist. Auch hier halte ich besonders bei langen Einheiten genau meine Zonen ein. Zudem ernähre ich mich bei diesen Trainingseinheiten in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Wettkampf wie im Wettkampf…und das heißt flüssig. Um den Magen-Darm Trakt zu schonen und eine möglichst schnelle Energiezufuhr zu ermöglichen „esse“ ich nur Gels oder trinke spezielle Kohlenhydratgetänke. Bei solchen körperlichen Extrembelastungen muss sogar der Magen trainiert werden, denn im Rennen soll schließlich nichts in die Hose gehen (wortwörtlich :-)). Ist die Radfahrt beendet, erfolgt zumeist ein kleiner Koppellauf direkt im Anschluss. Dieser ist zwischen 8-12 Km lang und wird in der angestrebten Wettkampfgeschwindigkeit des Marathons absolviert.

Nach ca. 5 Stunden körperlicher Aktivität komme ich dann pünktlich zum Mittag bei meinen Mädels auf dem Campingplatz an. Nachdem alle verbrannten Kalorien wieder aufgefüllt wurden, geht es nun leider nicht zum Mittagsschlaf über, sondern auf zur Familienaktivität des Tages. In Glücksfällen gehen wir dabei aber auch nur an den See und ich kann dort heimlich einen kleinen Powernap einstreuen. Zudem kombiniere ich dies dann mit der dritten Trainingseinheit des Tages, wo ich nochmal für eine Stunde bzw. 3-4 Km Schwimmen gehe. Alternativ mache ich am Abend, wenn die Kleine im Bett ist noch Zugseil und Krafttraining, um das Schwimmtraining zu ersetzen.

Nach ca. 5 Stunden körperlicher Aktivität komme ich dann pünktlich zum Mittag bei meinen Mädels auf dem Campingplatz an. Nachdem alle verbrannten Kalorien wieder aufgefüllt wurden, geht es nun leider nicht zum Mittagsschlaf über, sondern auf zur Familienaktivität des Tages. In Glücksfällen gehen wir dabei aber auch nur an den See und ich kann dort heimlich einen kleinen Powernap einstreuen. Zudem kombiniere ich dies dann mit der dritten Trainingseinheit des Tages, wo ich nochmal für eine Stunde bzw. 3-4 Km Schwimmen gehe. Alternativ mache ich am Abend, wenn die Kleine im Bett ist noch Zugseil und Krafttraining, um das Schwimmtraining zu ersetzen.

Da diese Trainingseinheiten und vor allem der Trainingsumfang viel Zeit und mental auch Kraft kosten, habe ich mich mit meinem Coach dazu entschieden, das Training auch in Wettkämpfe zu integrieren. Denn Wettkämpfe sind am Ende des Tages auch Trainingsreize und motivational brauchte ich neue Wege. Das habe ich extrem gemerkt, als die Elternzeit geendet hat und ich wieder arbeiten musste. Das klassische Langdistanztraining, was in meinem Fall ca. 17-20 Stunden reines Training die Woche sind, fällt mir mit nun wieder begonnenen Arbeit (Vollzeit als Lehrer) und der Rolle als Familienvater und Ehemann doch sehr schwer. Es gab nun auch vermehrt Momente, wo ich das ganze Projekt hinterfragt habe. Wie oft verpasse ich das Aufwachen meiner Kleinen, weil ich im kalten Schwimmbad einsam meine Bahnen ziehe oder bereits seit Stunden zum 1000 Mal die gleiche Landstraße mit dem Rad entlangrase. Zum ersten Mal habe ich das Training nicht als Herausforderung und positiven Einfluss gesehen, sondern als „Aufgabe“ die gemacht werden „muss“. Trainingseinheiten integriert in Events haben zumindest noch sozialen Charakter und auch das Wettkampfgefühl ist Ansporn die intensiven Belastungen durchzuziehen (auch wenn mir das natürlich weiterhin keine Zeit mit der Familie bringt).

Training mit Kind
Training mit Kind 🙂

wirklich keine guten Beine, aber ich habe es hinter 2 Profis dennoch auf das Podest geschafft und 4 Stunden lang gut trainiert. 2 Stunden nach dem Rennen bin ich dann noch 12 Km mit Intervallen gelaufen – somit habe ich auch hier wieder einen guten Longrun in Summe absolviert und hatte einen rundum tollen Tag mit vielen Freunden.

Ein Beispiel ist der Lauf zwischen den Meeren bei uns im Norden, an dem ich immer für Sponsoren und Freunde teilnehme. Dort bin ich 2 Strecken am Stück gelaufen (11 Km + 10 Km) und habe mich etwas länger eingelaufen vorab (ca. 8 Km), sodass ich meinen Longrun mit knapp 30Km mit guter Intensität und Gesellschaft absolviert habe. Direkt am Ende meines Laufs bin ich dann auf das Rad gestiegen und bin mit einem Freund 3 Stunden zum Ziel in Damp gefahren. Dort gab es gemeinsam Fischbrötchen und frische Wittenseer – was will man mehr 😊

Ein weiteres Beispiel ist der Viking Triathlon. Als Titelverteidiger wollte ich auf der Mitteldistanz dort zunächst ungern starten, da ich aufgrund meiner Langdistanzvorbereitung nicht 100% fit bzw. auf diese Distanz vorbereitet am Start sein kann. Der Wettkampf wurde also aus dem vollen Training absolviert. Ich wusste aber wie gut die Stimmung dort ist und das ich mit dem Schuss der Startpistole sicher richtig Bock bekommen würde! Und so war es auch..ich hatte zwar wirklich keine guten Beine, aber ich habe es hinter 2 Profis dennoch auf das Podest geschafft und 4 Stunden lang gut trainiert. 2 Stunden nach dem Rennen bin ich dann noch 12 Km mit Intervallen gelaufen – somit habe ich auch hier wieder einen guten Longrun in Summe absolviert und hatte einen rundum tollen Tag mit vielen Freunden.

Nichtsdestotrotz fällt es mir mit jedem Wochenende schwerer wieder stundenlang für den Sport zu investieren und nicht zu Hause zu sein. Nun sind es „zum Glück“ nur noch 2 Wochen bis Roth! Ich bin emotional schon stark gespalten – einerseits fiebere ich diesem Highlight entgegen, ich liebe diesen Sport und ich will allen zeigen was ich kann  – andererseits heisst es wieder Fokus Sport und nicht bei der Familie zu sein. In der Elternzeit ist mir diese „Doppelbelastung“ nie aufgefallen (meiner Frau schon eher 😉), aber im Alltag zu Hause werden diese Herausforderungen doch deutlich intensiver.

Das gute ist, meine beiden Mädels kommen mit nach Roth!

#2Weekstogo!

#VomNordennachOben

Ironman Provence
Im Ziel des Ironman Provence

Ein Wettkampf wie der Ironman 70.3 hier in der französischen Provence erfordert nicht nur viel Vorbereitung hinsichtlich des Trainings. Besonders die Tage vor dem Rennen sind nochmal sehr aufregend und zeitaufwendig. Möchte man erfolgreich und leistungsorientiert agieren ist es z.B. unabdingbar sich vorab die Rennstrecke (vor allem die Radstrecke) genauer anzuschauen bzw. abzufahren.

Das Rennen hier vor Ort ist beispielsweise sehr bergig mit steilen Abfahrten und engen Kurven, sodass die Tage vorab gut geplant werden muss wann man welchen Rennabschnitt fahren möchte. Die ganze Strecke in der letzten Woche vor dem Rennen zu fahren wäre zu viel, also muss man mit dem Auto an die Strecke fahren und von dort die Strecke „testen“…sind Schwimmstart und Laufstrecke an unterschiedlichen Orten (so wie hier), so sind die Wechselzonen logischerweise ebenso dort, was zu Folge hat, dass man 2x seine Wechselbeutel abgegeben muss. In diesem Fall musste man mit dem Auto zum Schwimmstart fahren, welcher 30km von der Stadt Aix en Provence entfernt lag. Dort situiert ist auch auch der Bike Check in, also die Abgabe des Fahrrads vor dem Rennen. Die Abgabe der Laufbeutel erfolgte in der Innenstadt, welche aber auch einige Kilometer von unserem Campingplatz entfernt lag…Organisation, Aufwand!

Die Vorbereitungen verliefen super, ich hatte gute Beine am Berg und auch insgesamt spürte ich, dass ich echt fit bin! Jetzt gab es nur noch eine vakante Variable: Der Schlaf und die Nacht vor dem Rennen! Aber auch da hat meine kleine bereits ein Sportlerherz und hat vorbildlich geschlafen (oder die Oropax haben einen guten Job gemacht 😉).

Und es lief wie am Schnürchen: Ganz vorne mit den Besten aus dem Bergsee gestiegen, auf dem Rad bergauf sogar attackieren können und auf den Abfahrten kaum was verloren! Bereits auf Platz 2 liegend bin ich dann zurück in die Stadt gekommen und mein super Supportteam rief mir zu, dass ich ca.3 min Rückstand habe. Meine Frau ist mittlerweile so ein Profi-Coach, dass Sie in einem solchen Fall den führenden Athleten direkt im Internet ausfindig macht..mit dem Ergebnis, dass er anhand der letzten Wettkampfergebnisse nicht so schnell laufen können sollte wie ich. Direkt im Anschluss rechnet sie Anhand meiner aktuellen Laufgeschwindigkeit und der des Führenden aus, ob und wann ich ihn überholen müsste und somit Siegchancen habe. Ihr Zuruf zu mir auf den ersten KM war: „All in“ gehen, dann kannst du gewinnen! Ich bin ein sehr emotionsgesteuerter Mensch und solche Ansagen treiben mich dazu, absolut an meine Grenzen zu gehen. Und an diese Grenze musste ich auch gehen, denn bei Km 19,5 von 21 habe ich den Führenden überholt und mir mit knappem Vorsprung den Sieg geholt. Ein sehr sympathischer Franzose der bei der Ironman-WM auf dieser Distanz mit Platz 5 sogar zur Weltspitze gehört!

Entscheidung beim Lauf
Die Entscheidung fällt bei Km 19,5 – der bis dato Führende ist überholt.

Für meine Mädels war das Tag natürlich sehr anstrengend. Nicht nur die heissen Temperaturen, auch die Lautstärke eines solchen Events ist nicht zu unterschätzen. Wickeln an der Rennstrecke zwischen schreienden Fans und parallel im Livetracker die Abstände ausrechnen. Multitasking vom Feinsten, aber natürlich auch sehr belastend. Meine Frau hat aktuell ja ebenso Elternzeit, daher fallen nun „ein paar Tage“ keinen Urlaub zu haben nicht so ins Gewicht. Der Renntag selber ist wie Arbeitstag. Er beginnt nicht nur mit meinem Start um 07:00 Uhr, sondern bereits um 04:00 Uhr wenn ich aufstehe und alle wach werden. Er endet auch nicht mittags wenn ich ins Ziel komme, denn dann befindet man sich noch komplett im Wettkampftrubel (und die Siegerehrung ist auch erst Abends um 19:00 Uhr). Auch am Tag danach ist Papa noch nicht ganz der alte, denn auch ich bin noch noch latent müde und noch nicht bei 100% Leistungsfähigkeit für die Familie. Der Aufwand in der Woche vor dem Rennen kommt noch hinzu… Es gehört viel Verständnis und Verzicht dazu und so ein Erfolg klappt nur als Team – und das ist absolute Weltspitze! Ich merke aber ebenso, dass solche Wettkämpfe nicht nur bei mir mehr und mehr an Substanz kosten.

Somit war es nun an der Zeit, dass ich mal vermehrt „zurückgeben“ muss und will. D.h. ein paar Tage 100% Familie im Fokus und die Priorität von „meinem Sport“ rückt mal in den Hintergrund. Ja, an solchen Tagen lasse ich mich dann auch mal auf einen Spaziergang ein 😉 Denn in ein paar Tagen geht es wieder richtig los mit der unmittelbaren Vorbereitung auf mein eigentliches Saisonziel: Bestzeit bei der Challenge Roth!

#Roadtoroth

Der Weg zur Challenge Roth begann natürlich schon viel früher, denn ein Langdistanzrennen dieser Art ist ein Langzeitprojekt über fast ein Jahr. Nun aber ist die Phase gekommen in der spezifische Reize gesetzt werden und damit auch das Training „extrem“ werden. Im folgenden Blog gebe ich euch einen Einblick wie das Training für ein solchen Projekt aussieht und welchen Einfluss dies auf Körper, Kopf und Familie hat!

Entspannung nach dem Rennen
Die Vorbereitung auf dieses heiße Rennen hat sämtliche Wittenseer Sport Vital Bestände aufgebraucht.
Elternzeit an der Costa Brava
Elternzeit / Trainingslager an der Costa Brava

Nach meiner kleiner Krise an die Adaption von Kind und Leistungssport schien Licht am Horizont! Nicht nur das Wetter wurde besser, sondern auch die Routine mit der kleinen Raupe. Meine Augenringe waren zwar weiter preisverdächtig, aber die folgenden Wochen versprachen viel Schlaf und Zeit für die Familie (und ganz vielleicht auch Training 😊).

Es ging zunächst nach Gran Canaria ins Trainingslager mit meinen Kumpels!

Girona und Umgebung - ein Traum Trainingsrevier zum Radfahren
Radfahren in den Bergen – die Beine kommen wieder in Form

Schon länger geplant und auch vom Familienrat abgesegnet stand wie eigentlich jedes Jahr das Trainingslager auf Gran Canaria auf der Agenda. Statt 14 Tagen waren es zwar nur 10, aber ich wusste diesen Luxus zu schätzen und bin froh, dass mir da von zu Hause so der Rücken freigehalten wurde. 10 Tage Sonne, Training und viel Erholung zwischendurch. Täglicher Mittagsschlaf und beste Unterhaltung sorgten dafür, dass mein Körper bereits nach einigen Tagen quasi wieder „erwachte“ und meine Leistungsdaten im Training wieder sehr vielversprechend waren. Back to normal life – endlich wieder wie zu guten alten Zeiten! Ich hatte schon gezweifelt, ob ich wohl fit werden würde für die Saison, da der gesamte Winter eher mit angezogener Handbremse trainiert wurde. Mit Schlaf und der nötigen Ruhe springt der alte Diesel also an…das motiviert enorm für mein großes Ziel: Bestzeit bei der Challenge Roth! Und das Beste kommt noch, denn vom Trainingslager ging es direkt in meine 2 monatige Elternzeit! Wenn ich da eine gute Mischung aus Familie, Training und Ruhe hinbekomme könnte das alles was werden 😊

Strategisch clever habe ich meine beiden Mädels vorab bereits in Holland abgeliefert, sodass meine Frau dort support von ihrer Familie hatte. Sonst hätte ich auch nicht so lange wegbleiben können und wollen. Der Rückflug ging somit von Gran Canaria direkt nach Amsterdam von wo es direkt weiter an die Costa Brava ging. Vor 2 Jahren hatte ich in der gleichen Gegend (Girona) meine Hawaiivorbereitung gemacht und war ganz begeistert von der Landschaft und den Trainingsmöglichkeiten vor Ort. Mit frühlingshaften Temperaturen, vielen kleinen Buchten und leckerer spanischer Küche, konnte man es sich dort gut gehen lassen! Gereist sind wir mit einem Campervan und ich hatte meine Bikes natürlich mit an Bord. Die Destinationen vor Ort wurden so ausgewählt, dass alle Familienmitglieder ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen. Mama hatte einen ruhigen und grünen Camper mit fußläufig erreichbaren Strand und Lokalitäten im Anforderungsprofil, Papa hat natürlich dafür gesorgt, dass dieser besagte Campingplatz zufällig auch einen eigenen 25m Pool hatte und sogar ein Leichtathletikstadion zum Laufen direkt nebenan war. Zum Radfahren gab es dort quasi kein Limit – einfach nur ein Traum. Nicht ohne Grund trainieren und leben viele Rad- sowie Triathlonprofis. Im Gegensatz zu Gran Canaria wo man primär nur bergig fahren kann, ist diese Gegend sehr vielfältig und abwechslungsreich!

Die Voraussetzungen waren somit geschaffen, nun ging es an die Umsetzung. Die Vereinbarung war, dass ich tagsüber für Familienaktivitäten zu Verfügung stehen soll und ich nur eine Mahlzeit verpassen darf. Aktuell „schläft“ die Kleine  morgens in Etappen auch schonmal bis 10/11 Uhr. Zudem ist es morgens im Frühjahr noch recht Kühl, sodass meine Mädels eher länger liegen bleiben würden. 1 und 1 zusammengezählt hieß es also früh morgens die Kerntrainingseinheit absolvieren (2-3 Stunden Rad oder ein längerer Lauf) und mit Glück am Nachmittag noch eine kurze Session vor dem Abendbrot zwischenschieben.

Camping in Spanien als Trainingslager
Elternzeit im Campervan

Optimal waren da die Tage wo wir am Strand waren, da z.B. das Schwimmen im Meer fast gar nicht als Trainingszeit ins Gewicht fielen. Besonders das Radfahren klappte super. Die Möglichkeit über einen Zeitraum von 6-8 Wochen bei perfekten Bedingungen zu trainieren ließen die Radform auf ein neues Niveau bringen. Für mich als Flachlandfahrradfahrer entwickelten sich zudem ganz neue technischen Fähigkeiten, sodass ich mich fast schon als Bergfahrer bezeichnen würden 😊 Ich konnte den Trainingsumfang auf einem guten Niveau halten, wobei das besagte Radtraining den größten Anteil hatte. Ich bin somit 2-3x die Woche 3 Stunden Rad gefahren. Hinzu kamen 3-4 Laufeinheiten die zeitlich immer ca. 1 Stunde dauerten. Das Schwimmtraining war am schwierigsten umzusetzen, da bis auf den einen Campingplatz der einen eigenen Pool hatte, die Möglichkeiten in eine Schwimmhallte zu gehen doch eher begrenzt waren oder mit einem so hohen zeitlichen Aufwand verbunden waren, dass sich es in Abwägung mit der Familienzeit nicht gelohnt hätte. Schwimmen im Meer ist für eine kurze Zeit zwar eine Alternative, über mehrere Wochen ist der Trainingseffekt dort aber zu gering.

Relaxen am Strand mit einem kühlen Wittenseer
Nach dem Training wird mit einem kühlen Wittenseer am Strand relaxt

Es war aber auch neben dem Training nicht immer einfach. Der Schlaf war weiter eine große Baustelle. Auch wenn die Schlafintervalle bis zu 3 Stunden am Stück waren und theoretisch viel Schlaf möglich wäre, so musste/wollte ich ja früh trainieren. D.h. jeden Tag um 6 Uhr aufstehen sodass  meine durchschnittliche Schlafdauer bei eher 6 Stunden lag – aber nicht am Stück. Ein kleines Nickerchen am Strand war dann hier und da meine Rettung, aber leider auch nicht die Regel. Aber beschweren will ich mich auch nicht, es ist schließlich meine Entscheidung – aber optimal aus sportlicher Sicht und im Vergleich zu „früher“ eben nicht.

Nach 6  in Summe schönen Wochen an der Costa Brava ging es dann etwas nördlich in die Provence, denn dort sollte mein erstes Rennen der Saison stattfinden: Ironman 70.3 Aix en Provence!

Die Form auf dem Rad und beim Laufen war somit voll im soll, das Schwimmen könnte eine Wundertüte werden. Die Lust auf einen Wettkampf und zu zeigen was man drauf ist auf jeden Fall da! Ich werde berichten wie es lief!

#vomNordennachOben

Ironman Portugal – reicht es für die Hawaii Qualifikation?

Nach dem Ironman Hawaii, dem bisher größten Erlebnis in meinem Leben war ich natürlich motivierter als jemals zuvor und habe diesen tollen Sport in jeder Zelle gelebt und geliebt! Nur was kommt jetzt? Was steht in der kommenden Saison an? Als Leistungssportler ist mein Credo immer „Schneller, höher, weiter“. Aber wie ist eine Ironman-WM auf Hawaii zu toppen? Die Antwort darauf wurde mir recht schnell klar: Mit meiner eigenen Leistung war ich im Großen und Ganzen zwar zufrieden, aber ich bin fest davon überzeugt mein Potential nicht voll ausgeschöpft zu haben! Kurz gesagt: Ich will bei einer WM noch einmal Top-Platzierung! Somit war das Ziel für 2023 klar – WM Qualifikation für Hawaii sichern und 2024 auf „Big Island“ noch einmal richtig angreifen!

Nach dem Ironman Hawaii, dem bisher größten Erlebnis in meinem Leben war ich natürlich motivierter als jemals zuvor und habe diesen tollen Sport in jeder Zelle gelebt und geliebt! Nur was kommt jetzt? Was steht in der kommenden Saison an? Als Leistungssportler ist mein Credo immer „Schneller, höher, weiter“. Aber wie ist eine Ironman-WM auf Hawaii zu toppen? Die Antwort darauf wurde mir recht schnell klar: Mit meiner eigenen Leistung war ich im Großen und Ganzen zwar zufrieden, aber ich bin fest davon überzeugt mein Potential nicht voll ausgeschöpft zu haben! Kurz gesagt: Ich will bei einer WM noch einmal Top-Platzierung! Somit war das Ziel für 2023 klar – WM Qualifikation für Hawaii sichern und 2024 auf „Big Island“ noch einmal richtig angreifen!

Saisonbeginn 2023.

Der Saisoneinstieg erfolgte direkt nach meinem jährlichen Ostertrainingslager auf Gran Canaria im beschaulichen Alsdorf an der holländischen Grenze. Dort startete ich bei den deutschen Duathlon Meisterschaften. Im Duathlon wird nicht geschwommen, sondern 2x gelaufen. Das liegt mir als alter Läufer natürlich und ich konnte mit Platz 3. die Bronzemedaille gewinnen!

Der Saisoneinstieg erfolgte direkt nach meinem jährlichen Ostertrainingslager auf Gran Canaria im beschaulichen Alsdorf an der holländischen Grenze. Dort startete ich bei den deutschen Duathlon Meisterschaften. Im Duathlon wird nicht geschwommen, sondern 2x gelaufen. Das liegt mir als alter Läufer natürlich und ich konnte mit Platz 3. die Bronzemedaille gewinnen!

Back to Back Racing.

Das macht natürlich Lust auf mehr. Das Wetter bei uns in Norden spielte auch im Mai schon super mit und ich hatte richtig Bock mich mit meiner guten Form der Konkurrenz zu stellen. Das Hauptziel war natürlich weiterhin im Oktober beim Ironman in Höchstform zu sein. Als kleiner Test habe ich mit meinem Coach ein sogenanntes „Back to Back“ Race geplant. Bei uns im Langstreckentriathlon impliziert das an 2 aufeinanderfolgenden Wochenenden eine Mitteldistanz zu absolvieren – also 2 Km Schwimmen, 90 Km Rad und 21.1 Km laufen. Hierfür herhalten sollten der Ironman 70.3 in Luxemburg und 6 Tage danach der Viking Triathlon in Schleswig bei uns in Norden.

Das Rennen in Luxemburg verlief bis zum abschließenden Halbmarathon super – in guter Position liegend wollte ich beim Laufen angreifen und habe den Sieg fest vor Augen gehabt. Unterschätzt habe ich allerdings die Hitze im Tal der Weinberge…in Addition mit nicht auszureichender Flüssigkeitsaufnahme auf dem Rad vorab wurde das Laufen zur Tortur. Ich verlor Platz für Platz und erst im letzten Drittel habe ich mich etwas gefangen und konnte nochmal einmal beschleunigen – die Belohnung der Qualen: Platz 3 😊 Das Podium zu erreichen ist immer ein tolles Ergebnis, da man somit zur Siegerehrung darf und das natürlich eine besondere Ehre ist!

Rückreise – 6 Tage Zeit zur Erholung – dann geht der ganze Spaß von vorne los!

Diesmal in Schleswig, einem etwas kleineren lokalen Rennen, dem Viking Triathlon. Nicht nur weil der Tag mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg und Landesmeistertitel optimal verlief zauberte dieses Event ein lächeln in mein Gesicht, sondern weil die ganze Organisation und Durchführung von Triathleten für Triathleten gestaltet wurde! Ein tolles Event, dass ich jedem Nordlicht empfehlen kann!

Sieg beim Viking Triathlon in Schleswig

„Sommerferien“.

Urlaub in den Alpen..und wie es der Zufall nunmal so will fand dort auch ein Triathlon statt. Diesmal ein „Extremtriathlon“ mit 2,2Km schwimmen im 15Grad kalten Stausee, gefolgt von 120Km Rad mit 3200 Höhenmetern und einem bergigen Halbmarathon auf 2000m Höhe. Der 6. Platz unter den ganzen Bergspezialisten zeigte mir erneut, dass mir Berge nicht nur Spaß bringen sondern anscheinend auch liegen 😉 Danach gab es dann auch wirklich mal ein paar Tage „Urlaub“…denn mein Körper war nach dieser Tortur fix und fertig!

Urlaub in den Alpen – angereichert mit einem Triathlon-Start

September.

Die heiße Phase der Vorbereitung auf den Ironman (Ironman Cascais/ Portugal) hat begonnen – dachte ich. Bisher verschont geblieben hat es mich nun doch erwischt – Corona..und das Ganze 4 Wochen vor dem Saisonhighlight. Nicht das mich diese Nachricht nicht schon ganz nervös gemacht hat, so liegt der Stichtag zur Geburt meines ersten Kindes nur 10 Tage nach dem Renndatum! Richtig gehört – ich werde Papa 😊 Wahnsinn!

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich das Rennen bereits vor Kenntnis dieser freudigen Nachricht gemeldet und gebucht hatte und meine Frau Ihren Segen dazu gegeben hatte! Als kleine Randnotiz meiner „optimalen“ Rennvorbereitung sei zu erwähnen, dass ich 1 Woche vor Abflug noch fix geheiratet habe. Der Fokus lag somit nicht mehr ganz so auf dem Rennen, da ich einige sehr schöne „Nebenschauplätze“ hatte. Vielleicht waren es aber auch genau diese Glückshormone die mich trotz fehlender Trainingskilometer in der Vorbereitung dennoch zu einer Top Performance gepushed haben!

Platz 2 beim Ironman Portugal = Hawaii Qualifikation!

Platz 2 beim Ironman Portugal

Unfassbar happy, dass trotz aller Umstände so ein Erfolg möglich war. Ziel erreicht, Quali im Sack…oder auch nicht! Als werdender Papa haben sich die Prioritäten etwas verschoben. Ein Hawaii Start ist nicht nur ein immenser finanzieller Aufwand, sondern auch ein zeitlicher. Ich möchte da 100% bei meiner kleinen Familie sein und kein Risiko eingehen im Nachhinein irgend etwas zu bereuen! Hawaii Startplatz also nicht angenommen, aber dennoch glücklich!

Am 20.11.2023 hat die kleine Louana Schröder-Groeneveld dann das Licht der Welt erblickt. Der größte Erfolg in meinem Leben! Eine richtige #MiniLSG <3

Was sportlich im kommenden Jahr so passiert steht noch etwas in den Sternen. Weitermachen möchte ich auf jeden Fall! In welchem Umfang und welche Ziele dabei herauskommen wird fortan nur noch mit dem Familienrat evaluiert! Ich bin selbst gespannt 😊

Ab jetzt mit Mini Louana Schröder-Groeneveld
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